Unsere DNA

Identifikation – Balance aus individuellen und gemeinschaftlichen Interessen

Stadtgemeinschaften leben eine Kultur des Gebens in einer Welt des Nehmens. In den Großstädten leben wir heute in einem sozialen Klima der wirtschaftlichen Leistungsorientierung, die oft zu selbst bezogenem Verhalten führt. Deshalb erscheint es für neue Teilnehmer oft ungewohnt, in einen sozialen Raum einzutreten, in dem das Geben so präsent ist und der Ressourcen fordert, die nicht in der Form von Steuern, Eintrittspreisen oder Lebenshaltungskosten entstehen. Eine der großen Herausforderungen für Stadtgemeinschaften ist es deshalb, die Teilnehmer wirksam zur Identifikation durch Teilhabe einzuladen, sodass solidarisches Verhalten entsteht. Erst wenn ein ausreichender Anteil der Teilnehmer genug persönliche Energie in die Gemeinschaft investiert, entsteht ein Wir, das nährt und belebt und den Sinn des Gebens offenkundig macht und legitimiert.  

Initiativeprinzip & Abstimmungsvermeidung

Gemeinschaftliche Abstimmungen können langwierig und kraftraubend sein und führen oft nicht zu einer direkten Einigung, sondern zu weiteren Abstimmungen. Demokratie ist also in gewisser Weise kostspielig. Diese Aufwände haben auch einen begrenzenden Effekt. Stadtgemeinschaften bestehen aus kleinen Bubbles und können Abstimmungen vermeiden und diese durch Initiative ersetzen.Das Initiativeprinzip ist ähnlich wie Demokratie ein Abstimmungswerkzeug, jedoch kostengünstiger für spontane Regelfindung. Es ist besonders für kleinere Gruppen von bis zu 150 Teilnehmern geeignet, die sich spontan für kurze Zeiträume Spielregeln geben wollen. Z. B. für ein Contact Festival, ein langes Workshopwochenende, einen gemeinsamen Persönlichkeitsentwicklungs-Workshop, für einen Erlebnisraum oder eine gemeinsame emotional verbindende Veranstaltung.  Vor allem, wenn Zeit und Abstimmungsbereitschaft bei den Teilnehmern knapp ist, wenn ein gegenseitiges Grundvertrauen vorhanden ist und auch ein grober Konsens darüber herrscht, in welchem Rahmen Spielregeln ausfallen können, dann sorgt das Initiativeprinzip für schnellen, spontanen Konsens.Die Basis des Initiativeprinzipes bildet ein freier Marktplatz aus Angebot und Nachfrage, der sich in Anbieter und Teilnehmer aufspaltet. Wer motiviert ist, freie Ressourcen hat und Verantwortung übernehmen will, kann sich ungefragt als Anbieter positionieren und anderen ein konkretes (Begegnungsraum) Angebot machen und das in Form einer beschreibenden Ankündigung, oft über ein digitales Kommunikationsmedium. Die potenziellen Teilnehmer lassen dann diese Einladung auf sich wirken und wägen ab, ob Ort und Zeit für sie passen. Ob sie sich bei einer Teilnahme wohl und sicher fühlen würden, ob das Angebot allgemein lohnenswert für sie ist und ob die zu erwartende Teilnehmeranzahl und Zusammensetzung für sie attraktiv genug ist. Jedes Angebot kommt mit einem temporären Regelset daher. Es gibt nur temporär gelebte Regeln, kaum langfristig gesetzte. Was an Regelsets gerade nicht aktiv angeboten wird, verblasst. Regelsets, die sich bewähren, tendieren dazu wiederholt und nur schwach variiert zu werden. Wiederholt angebotene Regelsets werden immer impliziter und transformieren sich nach und nach zu einer lokalen Kultur. Wirkt der Anbieter vertrauenswürdig und das Angebot attraktiv genug, dass eine ausreichend große Anzahl von Teilnehmern annimmt, kommt der Begegnungsraum zustande, sonst wird abgesagt und das Vertrauen in den Anbieter sinkt.


Verantwortungsstrukturen und die Entkopplung von Geldwirtschaft und Gemeinschaft

Eine der Hauptinnovationen von Stadtgemeinschaften ist es, dass sie Beziehungsräume und Wirtschaftsräume systematisch voneinander entkoppeln. Das schützt davor, dass der erfolgreichste wirtschaftlich agierende Begegnungsraumanbieter, nicht automatisch zu einem übermächtigen Einflussfaktor auf der Beziehungsebene wird. Gurus, die ihre Macht missbrauchen könnten, können deshalb kaum entstehen. Stadtgemeinschaften sind auf leistungsfähige, offene Begegnungsräume wie Festivals angewiesen, um mindestens so schnell zu wachsen wie sie degenerieren. Festivalanbieter sind umgekehrt auf Stadtgemeinschaften angewiesen, um genug Teilnehmer und Einnahmen zu generieren und um profitabel zu bleiben. Solange Stadtgemeinschaften Monopolstellungen bei Begegnungsraumanbietern verhindern können, und im Kontext eines freien Marktes von Begegnungsräumen leben, die ausreichend Wahlmöglichkeiten zulassen, sind sie sicher. Populäre Festivalanbieter haben eine strategische Verantwortungsrolle, die nicht unreguliert bleiben darf. Stadtgemeinschaften benötigen deshalb dezentrale Kommunikationswerkzeuge, die ausreichende Unabhängigkeit von den Interessen der Festivalanbieter besitzen.


Kulturelle Vielfalt statt Normierung

Stadtgemeinschaften können nur funktionieren, wenn die Gruppe arm an Anonymität, die gelebte Solidarität spürbar und die Verbindungsdichte hoch genug ist. Eine vitale Gruppe kann zu einer Größe heranwachsen, die keine ausreichende Schärfe der gelebten Werte, Rituale und Praktiken mehr zulässt, weil sich Gruppenendiversifikation schneller vollzieht, als die Mechanismen zulassen, die Konsens bilden. Dann schmilzt die Solidarität und mit ihr die Verbindungsdichte und die Gemeinschaft droht instabil zu werden. Hier entstehen drei Möglichkeiten:(1) Stagnation – Zusammenschmelzen auf eine lebensfähige Gruppengröße, ohne Anpassung des Prozesses.(2) Selbstbehauptung – Unterdrückung der sich entfaltenden Vielfalt durch Hierarchieverstärkung mit dem Auffalten von Führung, von der aus Verhaltensregeln normiert und Störeinflüsse ausgegrenzt werden. Das ist riskant, weil das Legitimieren von Führung scheitern kann und Hierarchien zum Aufschaukeln neigen und ihrerseits zerstörerisch wirken können. (3) Aufspaltung in Teilgemeinschaften, die sich an den größten inneren Spannungen und den stärksten Impulsgebern kondensieren.Das Aufspalten ist dabei für die aktuellen, vor allem aber für die potenziellen Teilnehmer die mit Abstand beste Variante. Hier kommt die eigentliche Stärker von Stadtgemeinschaften zum Vorschein gegenüber Gemeinschaften, die sich über Abstimmung, verwaltete Ressourcen wie Wohnraum, Kapital oder Infrastruktur, oder über einen starren Werterahmen organisieren. Stadtgemeinschaften leben kulturelle Vielfalt und haben dadurch ein besonderes Wachstums-, und Wertschöpfungspotenzial. Auch haben sie eine hohe Agilität, sich an sich verändernde Bedingungen anzupassen.


Unabhängigkeit der Teilnehmer als Basis für freiwillige Teilhabe

Eine Voraussetzung für Stadtgemeinschaften ist es, dass die Teilnehmer trotz gezielter Verbindungsintensivierung voneinander ausreichende Unabhängigkeit aufrechterhalten, z. B.: wirtschaftlich, emotional, strukturell, oder prozedural. Sie sind mehr die Verdichtungen von autonomen Individuen als ein heterogenes Kollektiv. Teilen sich Menschen ihren z. B. ihren Wohnraum in einem Ökodorf, dann verflechten sich ihre Interessen im Alltag in einem Maße, die in vielen Fällen keine freiwillige Teilhabe am Gemeinschaftsgeschehen mehr zulässt und Abstimmung, verbindliche Verhaltensregeln und Normierung notwendig macht. Stadtgemeinschaften gehen hier einen anderen Weg. Statt sich über räumliche Nähe und geteilten Wohnraum zu organisieren, nutzen sie die noch ausreichende Nähe der Großstadt, öffentliche Verkehrsmittel, digitale Kommunikationsmittel und gemietete Eventlocations und priorisieren die Unabhängigkeit der Teilnehmer und deren Freiwilligkeit bei der Teilhabe.

Persönlichkeitsentwicklung und Beziehungsvertiefung im Rahmen von Erlebniswelten

Stadtgemeinschaften organisieren sich primär rund um Begegnungsräume, die Spaß machen, Persönlichkeitsentwicklung durch Herausforderungen ermöglichen und die Teilnehmer in Verbindung und Vertrauen bringen. Und obwohl die Räume grundsätzlich fordernden Charakter haben, befinden sich die Teilnehmer auf einem Spektrum von hochenergetisch bis zu schwer erholungsbedürftig und haben entsprechend unterschiedlich am gemeinsamen Geschehen teil. Komplexe, ganzheitliche Begegnungsformate wie Workshopwochenenden oder Encountergruppen können das Spannungsfeld, das die unterschiedlichen Teilnehmerenergien erzeugen, gut ausbalancieren. Konsequente Freiwilligkeit und Toleranz kennzeichnen den Prozess.

Wirtschaftliche Unabhängigkeit der Teilnehmer als Basis für freiwillige Teilhabe

Soziale Selbstorganisation & Vertrauen als aktiv modelliertes Gemeingut

Immunsystem für Sicherheit mit ganzheitlicher Eskalationsprävention

Transparenzkultur, Freie Begegnungsformate und Open Source

Persönlichkeitsentwicklung und Verbindungsaufbau durch Intensivbegegnung

Digitale Kommunikationsmedien statt abhängiges Wohnen

Empirische Wissenschaft – Entfaltungsspirale aus Praxis und Theorie

Flache Hierarchien, Coaching und erfahrungsbasierte Persönlichkeitsentwicklung

Netzwerk freier Bewegungsraumanbieter mit struktureller Kopplung zur Stadtgemeinschaft

Trust Network Karriere App statt Lizensierungswirtschaft

Körper & Berührung






Methodische Einflüsse

Humanistische Psychologie – Carl Rogers & Encountergruppen

Systemtheorie – Niklas Luhmann – Systemische Trennung von Beziehung und Geld

Gestalttherapie, Ganzheitlichkeit und erfahrungsbasierte Persönlichkeitsentwicklung

Gewaltfreie Kommunikation

Radikale Ehrlichkeit

Contact Improvisation

Improvisationstheater